Lektion 24 oder
Meine erste Nacht im Freien

Eigentlich war es hier draußen gar nicht mal so schlecht. Frische Luft, frisches Grün und ... dieses tippelnde Geräusch. Es war unregelmäßig, aber auch irgendwie beruhigend ...

„He! Was soll denn das?!“, rief ich. „Sofort aufhören!“

Ein im wahrsten Sinne des Wortes begossener Tyrrin Hexenkater

Wer zum Kuckuck träufelte mir mitten im Dämmerschlaf denn kaltes Wasser auf den Kopf?!

Ich rappelte mich auf, stieß dabei unabsichtlich an ein großes Blatt – und wurde prompt von einem Schwall frischen, kalten Wassers übergossen.

Liebe Kätzlein und Katerchen, liebe Mädchen und Jungen, an diesem Tag brachte ich unweigerlich in Erfahrung, was genau draußen passiert, wenn die Menschen Dinge sagen, wie: Es regnet.

Tropfnass, wie ich inzwischen war, beschloss ich, mich nach einem alternativen Plätzchen umzusehen. Irgendetwas für die Nacht – und vorzugsweise trocken.

Ich schob mich mit der Nase voran aus dem Gebüsch ... Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Immerhin, eine Sorge weniger.

Vor mir lag ein dunkler Boden, der hier und da mit unruhig zappelnden Wasserlachen bestückt war. Besonders solide wirkte er nicht. Na ja, und dahinter ...

Also da befand sich so ein riesiges und dunkles Irgendwas mit flächigem Muster – ja, gewissermaßen geometrisch, aber auch mit lebensnah erscheinenden Elementen. War ich etwa aus diesem Ding heraus gekommen?

Ich drehte mich einmal zur Hälfte um mich selbst, krabbelte unter dem durch die Dunkelheit nun farblosen Grünzeug hindurch, bis es sich lichtete und vor mir noch mehr, jedoch andersartiges Grünzeug lag. Es war viel kleiner, fusseliger und ohne jede Möglichkeit mir Schutz zu bieten. Weiter hinten erkannte ich noch mehr Gemäuer. Sie machten einen weniger bedrängenden Eindruck, was meiner Vermutung nach allerdings nur an der Entfernung liegen konnte. Doch dazwischen ...

Da waren ein paar eigenartige Gebilde, die sich in regelmäßigen Abständen am Rande der Miniatur-Grünzeug-Fläche verteilten. Sie erinnerten mich gewissermaßen an so ein Mittelding aus Bett und Stuhl ...

Doch warum eigentlich nicht?, entschied ich dann für mich im Stillen. Niemand da, der mich mit Schuhen bewerfen oder in Taschen stecken wollte ... Also lief ich los, erst geduckt und auf alles Mögliche bedacht, dann immer schneller und schneller und schneller. Über das nasse Grün hinweg, bis ich körnigen, aber trockenen Untergrund erreichte und umgehend stehen blieb.

Doch. Ich sah mich um. Hier konnte ich bleiben. Es war dunkel, niemand war hier. Die Luft war nass, aber ich wurde wenigstens nicht nasser. Ich war in Sicherheit. Zumindest dachte ich das für einen ausgesprochen kurzen Augenblick ...

Dann hörte ich, wie sich mir stapfende Schritte langsam näherten. Und ... Irrte ich mich – oder kamen mir diese irgendwie bekannt vor?

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Schon gewusst? ^_^

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